Tag 1 – Samstag
Am Samstag war der große Tag. Meine Schwägerin, wunderschön in cremefarbenem Braut-Dirndl, hat geheiratet. Die Hochzeit fand in Wemding statt. Aber der Reihe nach.
Samstag Morgen um 6 Uhr machten wir uns vom Rheinland auf in Richtung nördlinger Ries. Nach einer anstrengenden Fahrt – die auf Grund heftiger Regengüsse, einer baustellenverseuchten A3, dem ein oder anderen Verkehrsunfall und einem Zwischenstopp in Würzburg zwecks Kauf eines Regenschirms 5 Stunden (anstatt 3,5 Std.!) dauerte – kamen wir um 11:15 Uhr endlich auf dem Hof der Familie des Bräutigams an.

- Ständchen der Blaskapelle
Nach einem Sektempfang in der Scheune und einem Ständchen der Blaskapelle zog das Brautpaar mit der Familie und sämtlichen Gästen – angeführt von der Blaskapelle – durch das Dorf zur Kirche.
Nach der Trauung wurde das Hochzeitspaar mit weißen Tauben überrascht, die das Hochzeitspaar dann freigelassen hat.
Eine Tradition, die ich bisher noch nicht kannte, ist mir beim Verlassen der Kirche und beim anschließenden Zug zurück zum Hof begegnet: Anwohner versperrten die Straße mit Seilen und das Brautpaar musste sich mit Münzen den Weg freikaufen! Nach dem obligatorischen Gruppenfoto und Glückwünschen fürs Brautpaar machten wir uns dann mit den Autos auf den Weg nach Wemding, wo die Hochzeitsfeier stattfand.

Die Tauben fliegen wieder zurück in ihren Schlag
Auf der Feier im Hotel waren dann noch mehr Gäste versammelt als in der Scheune und der Festsaal war gigantisch groß! Es gab zwei riesengroße Buffets mit Kuchen und ganz vielen verschiedenen Torten – Sahnetorten, Obsttorten und nicht zu vergessen die Hochzeitstorte, die das Brautpaar natürlich auch gemeinsam angeschnitten hat! Zwei Stück Torte waren für mich genug, schließlich musste da später noch mehr in mein Bäuchlein reinpassen. Wenn ich daran denke, dass es Leute gab, die sich drei Teller voll beladen mit Torte einverleibten, war ich richtig zurückhaltend mit den Kalorien
Dann war erstmal Spielplatz mit den Mäxen angesagt. Der befand sich glücklicherweise direkt neben dem Hotel, so dass man immer mal wieder mit den Kindern nach draußen gehen konnte. Nachdem der Braut der Brautstrauß entwendet wurde, musste sie sich diesen mit Freibier wieder “zurück kaufen”.
Schließlich gab es dann am Abend wieder ein großes Buffet mit mehreren Fleischsorten (Spanferkel, Ochse, etc.). Auf großen Platten trugen die Köche das Fleisch in den Saal. Unter den Augen der Gäste wurde das Fleisch angeschnitten. Die Schlangen am Buffet waren enorm – jeder wollte zuerst etwas von diesen Köstlichkeiten auf seinem Teller sehen und die Köche hatten allerhand zu tun. Außerdem gab es natürlich noch viele verschiedene Gemüsesorten, Rösti, gekringelte Pommes, Knödel, Spätzle und ein riesiges Salatbuffet!

- 1, 2 oder 3
Zwischen den einzelnen Gängen wurde natürlich immer wieder getanzt und die ganze Feier über hat eine tolle Band live gespielt. Nach dem Hauptgang wurde es dann mit lustigen Spielen und Vorführungen noch geselliger. Das Spiel “1, 2 oder 3 – Ob Ihr das Brautpaar wirklich kennt, seht Ihr, wenn das Lichtlein brennt!” war der Hit. Ebenso wie die Vorführung der “Kleinen Tanzmäuse”, bei der sich auch der Bräutigam – mit einer schwarzen Dreadlocks-Perücke – in die Reihe der balletttanzenden Männergruppe eingliedern musste.
Zwischendurch wurde von den Offiziellen Austrägern des Belzheimer Anzeigers (die Schwägerin der Braut und deren Schwester) die selbstgestaltete Hochzeitszeitung unter den Gästen ausgeteilt. Das Brautpaar erhielt eine farbige “Sonderausgabe”.
Zu später Stunde gab es dann einen brennenden Nachtisch. Das Buffet wurde mit leckeren Früchten vorbereitet. Plötzlich ging das Licht aus und die Köche kamen wieder mit Eisplatten und riesigen, funkensprühenden Wunderkerzen obenauf in den Saal und präsentierten diese bei einer Runde durch den Saal – begleitet von einem Marschlied. Nachdem das Licht wieder anging wurde das Eis am Buffet verteilt. Dazu gab es exotische Früchte, Sahne, Johannisbeeren, heiße Himbeeren (da war sicher Alkohol drin und hat unglaublich gut geschmeckt!) und außer den üblichen Eissorten, wie Stracciatella, Vanille und Schokolade auch ein selbstgemachtes Meloneneis, das – man soll es kaum glauben – in einer halben Melone präsentiert wurde. Extrem lecker!!
Danach sind wir schon bald in die Wemdinger Altstadt zu unserem Hotel gefahren, in dem wir ein Zimmer gebucht hatten.
Der Bericht vom Sonntag folgt!
War bestimmt ein schönes Fest. Ich habe meine Hochzeit noch vor mir. Also meine Frau und ich haben standesamtlich geheiratet, aber wir wollten nicht mehr Jahre darauf warten bis wir das Geld für soein Fest gespart hätten. Daher werden wir das beizeiten mal nachholen inklusive kirchlicher Zerenomie, rauschendem Fest und allem was so dazugehört.
Das Fest war toll!
Mein Mann und ich haben auch nur standesamtlich geheiratet. Ohne dass unsere Familien davon wussten. Gerne hätte ich groß gefeiert, aber da wir das Geld nicht hatten, haben wir auch niemandem davon erzählt…
Euer Fest wird bestimmt noch toller, weil ihr so lange drauf gewartet habt.
Was hindert euch, das irgendwann auch einmal nachzuholen. Runde Hochzeitatage bieten sich ja dafür an.
Weisst, meine Frau war schonmal verheiratet, und da gabs nur eine Standesamtliche mit nem Essen danach und dann fing für sie ne ganz üble Zeit an. Ich habe ihr mal versprochen, dass sie von mir eine richtige Hochzeit bekommt. Und das Versprechen werde ich halten.
Herzliche Glückwünsche an das Hochzeitspaar! Scheint ja nach deiner Beschreibung ein rauschendes Fest gewesen zu sein ;) und für euch war es bestimmt auch schön, mal wieder was anderes zu sehen.
meine 1te hochzeit war auch nur standesamtlich, da meine exfrau menonitin war/ist……..
Rio, das ist eine schöne Idee. Mal sehen. Vielleicht in fünf Jahren, zum 10. Hochzeitstag
Mein Mann war auch schonmal verheiratet, aber da gab es eine kirchliche Trauung, wenn ich das richtig weiß. Ich finde es schön, dass du deiner Frau eine richtige Hochzeit versprochen hast und dieses Versprechen auch halten willst!
Oh ja, Andrea! Das war so schön mal wieder rauszukommen, andere Gegend und neue Leute kennenzulernen. Und mal das Essen nicht selbst machen zu müssen…
Ich habe es genossen!