Später Frost – Der erste Fall für Ingrid Nyström und Stina Forss

„Später Frost“ ist der erste Kriminalroman von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson.
Das Krimidebüt beginnt mit einem Ereignis aus der Vergangenheit: 1948 wird in Jerusalem ein Anschlag verübt. Der Schwede Henrik Larsson wird dabei angeschossen.
Jahre später wird im heutigen Schweden der Leiter der Kriminalpolizei, Gunnar Berg, schwer verletzt und geht vorzeitig in den Ruhestand. Kaum hat Kommissarin Ingrid Nyström dessen Position übernommen, wartet auch schon der erste Fall auf sie: Ein alter Mann, grausam entstellt, wird in seinem Glashaus zwischen Pflanzen und Schmetterlingen tot aufgefunden. Der kleine Finger wurde ihm abgeschnitten. Gemeinsam mit Stina Forss, der neuen Kollegin aus Deutschland, versucht sie herauszufinden, was passiert ist. Der Chef der Spurensicherung, Bo Örkenrud, findet schnell heraus, dass die Verätzungen im Gesicht durch Branntkalk hervorgerufen wurden. Balthasar Melchior Frost, so der Name des Toten, musste unverstellbare Schmerzen erlitten haben.
Schon bald gibt es Hinweise, die in die Vergangenheit weisen. Nach Jerusalem. Stina Forss reist nach Jerusalem und stellt dort eigene Ermittlungen an. Währenddessen stoßen auch Ingrid Nyström und ihre Kollegen in Schweden auf weitere Spuren.

Der erste Fall für Ingid Nyström und Stina Forss ist spannend geschrieben und die Handlung sehr raffiniert. Durch neue Erkenntnisse, die die Autoren immer nur „häppchenweise“ auf die Ermittler verteilen, nimmt die Spannung nie ab und es gibt immer wieder kleine Wendungen, die den Leser überraschen.
Charakterlich überzeugend und gut dargestellt sind die beiden Kommissarinnen Ingrid Nyström und Stina Forss. Jede hat ihre eigene Vergangenheit, auf die in dem vorliegenden Krimi auch eingegangen wird. Ingrid ist ruhig und besonnen, Stina dagegen ist eher impulsiv und agiert teilweise auch sehr aggressiv.
Gespannt bin ich darauf, wie sich die Zusammenarbeit des Kommissarinnen-Duos Nyström/Forss in den weiteren Bänden entwickelt. Die Kommissarinnen sind charakterlich extrem unterschiedlich und vor allem Stina Forss scheint gerne ihre eigenen Wege zu gehen. Ingrid Nyström ist als Chefin noch unerfahren und setzt sich gegenüber der neuen Kollegin noch nicht durch. Das merkt man daran, dass Stina Forss auf eigene Faust nach Israel reisen kann, ohne die Konsequenzen tragen zu müssen. Auch ist in dem Buch kaum die typische Mentalität eines Ermittlerteams zu spüren. Vielmehr scheint jeder alles allein zu machen. Ingrid ist zwar offiziell die Chefin, in ihrem Verhalten und in dem Schreibstil kommt das aber noch nicht an.

Ich bin auf weitere Bände des Autoren- und Ermittlerduos gespannt und hoffe, dass Nyström und Forss als Team noch besser zusammen finden – trotz der unterschiedlichen familiären Hintergründe! Und zwischendurch darf auch gerne noch ein wenig mehr Teamgeist spürbar sein :-)

Mittlerweile sind weitere Titel des Autorenduos erschienen: „Rotwild“ und „Aus eisiger Tiefe“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.