Am Freitag, den 1. Mai, war ich zu einem Aikido-Landeslehrgang in Herne unterwegs. Bereits zum 6. Mal fand das deutsch-französische Zusammentreffen statt. Über 90 Teilnehmer standen am Freitag um 10:00 Uhr auf der Matte, um unter Maître Jacques zu trainieren. Darunter auch drei Aikidoka der Aikidogruppe in Lohmar.
Nachdem ich morgens gebadet hatte, blieben nur noch zehn Minuten für das Frühstück, in denen ich einen kleinen Becher Naturjoghurt mit Zimt gegessen habe. Ganz auf die Schnelle. Danach ging es mit dem Auto los in Richtung Herne. Dort ankommend wurden zunächst die Formalitäten erledigt und danach zogen wir uns um. Von 10 bis 12 Uhr fand dann die erste Trainingseinheit mit Jacques Valère statt. Zunächst wurden jedoch die anwesenden Aikidoka und Jacques Valère von Horst Glowinski offiziell begrüßt. Direkt im Anschluss hielt der neue Vorsitzende des Aikidoverbands NRW, Hubert Luhmann, eine Ansprache in der er Horst Glowinski eine Urkunde überreichte. Die Technische Kommission des DAB hat “Meister Horst” zum 7. Dan Aikido ernannt.
Die erste Trainingseinheit mit Maître Jacques war anstrengend und natürlich auch schweißtreibend. Er praktiziert ein sehr spielerisches und locker aussehendes Aikido, das ich so noch nicht kennengelernt habe. Die französischen Aikidoka schienen damit kaum Probleme zu haben, während wir Deutschen doch sehr verwirrt angesichts der spielerischen Eingänge waren. Immer hatte ich irgendwie das Gefühl, dass da ein oder mehrere “Drehungen” zuviel sind.
Das Wetter draußen war sehr warm und in der dreistündigen (!) Pause danach hatte ich absolut keinen Hunger, obwohl es eine – nach Aussagen meines Trainers – sehr leckere Verpflegung gab. Nur Durst hatte ich ohne Ende!
Von 15 bis 17 Uhr folgte dann die zweite Trainingseinheit. Diese wurde nicht von Jacques Valère persönlich geleitet, sondern von Jean-Yves Le Marcou. Diese zweite Trainingseinheit bestand fast ausschließlich aus dem Training mit dem Kurzstab. Was für die französischen Aikidoka kein Problem war, gestaltete sich für uns anderen entsprechend schwierig. Da wir nur die drei Waffen Jo, Bokken und Tanto besitzen, zersägten die Herner Aikidoka kurzerhand ihre Jo’s. Die französischen Aikidoka hatten aber ihre Kurzstäbe dabei und so war auch das kein Problem. Die Techniken mit dem Kurzstab sind wohl um einiges wirksamer als die mit dem Jo und taten auch viel mehr weh. Jedenfalls bestand der zweite Teil fast nur aus Schmerzen, was den Franzosen wohl nichts auszumachen schien. Auf jeden Fall wieder zwei interessante Unterrichtsstunden. Natürlich mit genausoviel Schweiß und Durst.
Übrigens wurden alle Erklärungen von Maître Jacques und Jean-Yves Le Marcou von Thomas, einem Herner Aikidoka, übersetzt. Danke dafür!
Danach ging es ab unter die Dusche. Nachdem wir uns von unseren Gastgebern verabschiedet hatten, fuhren wir wieder nach Hause. Frank fuhr auch am Samstag und Sonntag zum Lehrgang, während Volker und ich nur den Freitag da waren.
Aber ich bin sicher, die beiden anderen Tage waren genauso spitze!

