Auf der Seite von www.aikidoinfo.de habe ich einen sehr schönen Satz gelesen:
„Wir greifen nicht an, um zu kämpfen oder weil wir „gewinnen“ wollen. Wir greifen an, weil wir unserem Gegenüber die Möglichkeit geben möchten, etwas zu lernen.“
Als ich diesen Satz gelesen habe, fing ich ein bisschen an, darüber nachzudenken, was eigentlich in mir vorgeht, wenn ich meinen Trainingspartner angreife.
Zunächst einmal geht es mir einfach um das ständige Üben – einmal in der Rolle des Angreifers und ein anderes Mal in der des Verteidigers, wobei ich als Angreifer besonders das richtige Fallen und als Verteidiger die richige Technik üben kann.
Wenn ich meinen Trainingspartner angreife, fühle ich aber auch ein gewisses Maß an Entschlossenheit und Energie, was man manchmal daran erkennen kann, dass mein Nage eine Grimasse schneidet, weil mein Angriff wieder einmal sehr schnell und hart ausgefallen ist.
Es ist dabei aber dennoch nicht meine Absicht mein Gegenüber zu verletzen, sondern es geht für mich darum, durch einen möglichst realistischen Angriff meinem Trainingspartner die Möglichkeit zu geben, die Technik zu üben und auf ihre Wirksamkeit hin zu testen. Bei Anfängern verhalte ich mich als Uke natürlich auch anders als bei Fortgeschrittenen, denn schließlich müssen die komplexen Bewegungsabläufe erst einmal nachvollzogen und trainiert werden.
Insofern finde ich obiges Zitat sehr schön, denn es hat mich daran erinnert, dass es trotz aller Energie und Entschlossenheit kein „echter“ Angriff ist und ich ein Mittelmaß für meinen Angriff finden muss. Gerade genug Entschlossenheit und innere Zuwendung, dass Nage die Technik auch aus der Bewegung heraus trainieren kann. Aber nicht soviel, dass er völlig blockiert ist und keine Chance mehr zum üben hat.

