Was gibt es Neues…

Guten Morgen an alle die hin und wieder noch reinschauen, obwohl sich so lange nichts tut und ich nur noch selten andere Blogs lese :girlwink:

Meine Jüngste ist mittlerweile auf der weiterführenden Schule und es klappt gut. Ich bin gespannt wie sich das kommende Schuljahr jetzt entwickelt, welches ihr Lieblings-Wahlpflichtfach wird und ob ihr das Vokabellernen bald leichter fällt. Meine Große kommt jetzt in die 8. Klasse und auf der Förderschule geht es ihr gut. Auch wenn es natürlich immer wieder Reibereien gibt und sie regelmäßig und oft auch zu Recht sagt: „Die Ch**** mag ich nicht mehr!“

Ich lese immer noch gerne, aber lange nicht mehr so viel wie früher. Ich mache auch nur noch ganz selten bei irgendwelchen Leserunden oder Verlosungen mit, bei denen ich anschließend eine Rezension abgeben muss. Mittlerweile haben sich meine Interessen mehr in Richtung Arbeit verschoben, die ich nun habe – und mit der ich sehr glücklich bin! Leider erstmal nur befristet und mir tut schon der Bauch weh, wenn ich nur dran denke, dass der 31.12.17 möglicherweise der letzte Arbeitstag sein wird… aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt. :verliebt:

Wir wohnen jetzt außerdem seit zwei Jahren in der unteren Wohnung und das hat viele Vorteile für uns. Auch wenn der kurfristige Umzug vor zwei Jahren kurz vor Weihnachten sehr spontan und anstrengend war – wir haben es geschafft und bisher nicht bereut. Unsere coole Aussicht ist zwar nicht mehr ganz so spektakulär, aber die Vorteile überwiegen :cool:

Das war es für heute von mir. Ich hoffe es geht euch allen gut!

 

Bürokratie

Das Gespräch mit der Grundschuldirektorin war sehr angenehm. Eine freundliche und engagierte Person saß mir da gegenüber, mit der ich mich gut unterhalten konnte.

Meine vorherigen Eindrücke, dass sie über dieses ganze Verfahren überhaupt nicht informiert war, hat sich auch als richtig herausgestellt. Wie sie mir erzählt hat, wurde die Schule im Mai 2008 darüber informiert, dass sie zur Schwerpunktschule ernannt worden ist und im August 2008 sollte es schon losgehen. Im ersten Jahr – also bis zum Sommer 2009 – herrscht dann das reinste Chaos, da die beiden Förderschullehrer die meiste Zeit entweder krank oder in Elternzeit waren und die Eltern der Integrativkinder sich dann natürlich beschwert hatten. Mit Rückendeckung von der Schule hatten sich dann wohl die Eltern beim ADD beschwert, der dann auch etwas unternommen hat. Seit Herbst 2009 sind jetzt drei Förderschullehrer und eine pädagogische Fachkraft in der Schule bzw. den betreffenden Klassen anwesend, um die Integrativkinder zu betreuen und zu fördern. Momentan sind 19 Schüler-/innen als Integrativkinder an der Schule.

Im Moment befindet sich die Schwerpunktschule noch in der Aufbau- bzw. Einarbeitungsphase. Nicht nur die Direktorin muss sich umstellen, sondern auch die Lehrer, die plötzlich mit einem Förderlehrer in der Klasse zusammenarbeiten müssen. Die Direktorin war aber sehr positiv gestimmt und war dankbar, dass ich mich zuvor schon darüber informiert hatte, was nun zu tun ist.

Es kommt trotzdem die nächsten Tagen noch einiges an Rumtelefoniererei etc. auf mich zu, da ich noch einige Bescheinigungen benötige. Das HTZ bspw. ist der Meinung, dass sie mir – aus welchen Gründen auch immer – eine solche Bescheinigung nicht ausstellen können. Warum, weshalb, wieso – keine Ahnung. Es wundert mich allerdings, denn das HTZ muss ja für das Gutachten, wenn das Verfahren läuft, auch noch eine Stellungnahme schreiben.

Man darf gespannt sein, wie sich das ganze entwickelt. In jedem Fall schließe ich mich morgen Vormittag auch nochmal mit dem Direktor der Förderschule kurz, um in Erfahrung zu bringen, ob bisher alles richtig war, was da noch auf uns zukommt, etc.

Schulstress

2008 wurde die örtliche Grundschule zur Schwerpunktschule ernannt, so dass dort auch entwicklungsverzögerte Kinder integrativ unterrichtet werden können. Das klingt ja im ersten Moment positiv. Leider muss man aber sagen, dass die Direktorin sich mit den Formalitäten überhaupt nicht auskennt. Über die zuständige Grundschule muss ein Antrag auf Erstellung eines sonderpädagogischen Gutachtens gestellt werden. Die zuständige Förderschule erstellt dann das Gutachten.

Das habe ich am Telefon gegenüber der Direktorin auch erwähnt, aber offenbar hat sie nicht zugehört, denn sie hat dann einen Termin mit mir ausgemacht und wollte selbst das Gutachten erstellen. Unfassbar. Glücklicherweise hat sie dann doch noch den Direktor der Förderschule angerufen, der ihr dann noch einmal gesagt hat, dass sie nur den Antrag stellen muss. Das Gutachten macht die Förderschule. Puh! Soweit so gut.

Nächste Woche habe ich einen Termin bei der Direktorin, um gemeinsam den Antrag zu stellen. Nun will sie unbedingt noch eine Bescheinigung von Kindergarten und Heilpädagogischem Zentrum, dass meiner Tochter solch ein Gutachten empfohlen wird. Tja und dann will die Grundschule auch noch jeweils eine Bescheinigung von Ergotherapeutin und Logopädin, dass meine Tochter seit …. bei ihnen in Behandlung ist. Eigentlich völlig unnötig, denn es kommt dann ohnehin ein Förderlehrer in den Kindergarten, um das Verhalten etc. zu beobachten. Dort sind ja alle nötigen Unterlagen vorhanden. Sowas nenne ich unnötigen Papierkram!

Und ich werde das Gefühl nicht los, dass es der Grundschuldirektorin gar nicht so sehr um das Wohl der integrativen Kinder geht, sondern darum für ihre Schule möglichst viele Stunden bewilligt zu bekommen. Ist es eigentlich gut für das Prestige einer Schule, wenn dort auch beeinträchtigte Kinder unterrichtet werden können?

Geförderte Integration

Unsere  Tochter kommt 2010 in die Schule. Das ist noch eine Weile hin, aber als Eltern macht man sich ja so seine Gedanken. Gerade wenn das Kind einen weitergehenden Förderbedarf hat. Bei uns gibt es auch eine Förderschule – für Lernbehinderte. Im Internet wird diese Schule ganz offiziell als „Albert-Schweitzer-Schule“, Sonderschule für Lernbehinderte, bezeichnet. Ein Unding, wie ich finde.

Wie kann es sein, dass in Deutschland noch immer einige Förderschulen als „Sonderschule“ bezeichnet werden?

Was bedeutet Integration?
Integration ist, wenn Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen – behinderte und nichtbehinderte Menschen – zusammen sind, bspw. miteinander Urlaub oder Sport machen. Gemeinsames Lernen und Begegnungen helfen, Vorurteile und Sprachlosigkeit gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und sind so ein wertvoller Beitrag zu unserer demokratischen Gesellschaft. Im Gegensatz hierzu steht die Desintegration. Das Ausgrenzen von „andersartigen“ Menschen führt zu sozialen Konflikten und untergräbt die Demokratie und alles was mit ihr verbunden ist, einschließlich der Menschenrechte.

Förderschule – was ist das?
Förderschulen, früher auch mit einiger Verachtung als „Sonderschulen“ bezeichnet, sind Schulen für behinderte und entwicklungsverzögerte Menschen, die in einer Regelschule nicht so unterrichtet (gefördert) werden können, wie es nötig wäre.

Förderschule – muss das überhaupt sein?
Alle Welt redet von der Bildung unserer Kinder, von Ganztagsschulen und unserer veralteten Schulstruktur. Doch was ist mit denjenigen unter uns, die nicht auf eine Regelschule gehen können, die „ausgesondert“ wurden, weil sie Verhaltensauffäligkeiten, Behinderungen, Probleme bei Rechtschreibung und Mathematik haben? Laut taz im Juli 2007  gibt es rund 430.000 Förderschüler in Deutschland.

Doch möglicherweise hat das System der Förderschulen bald ausgedient, denn wie „Die Zeit“ am 23.12.08  berichtete, hat der Bundesrat die UN-Konvention über die Rechte Behinderter ratifiziert, von Januar an sei sie in Deutschland geltendes Recht. Gemäß diesem Übereinkommen müssen auch Schüler mit Behinderungen, egal ob geistig oder körperlich, an regulären Schulen unterrichtet werden.

018klein2Schule für alle!
Meine Tochter geht – wie Ihr sicherlich schon mitbekommen habt – in einen integrativen Montessori-Kindergarten, wo sie gemeinsam mit behinderten und nichtbehinderten Kindern spielt und Spaß hat. Von diesen Kindergärten, Montessori oder nicht, gibt es erfreulicherweise ja doch einige in Deutschland. Doch nach dem Ende der Kindergartenzeit wird die Erfahrung der Integration, das Zusammengehörigkeitsgefühl, dann sofort wieder vernichtet, indem man unsere Kinder trennt – normal entwickelte und nichtbehinderte Kinder kommen in die Regelschule, entwicklungsverzögerte und behinderte Kinder in Förderschulen. Wo behinderten Kindern beigebracht wurde, dass sie genausoviel wert sind wie „normale“ Kinder wird quasi über Nacht das Vertrauen in sich selbst genommen.

Wir alle wollen für unsere Kinder das Beste. Was in Kindergärten nicht nur möglich, sondern auch erfolgreich ist, das muss man in Schulen weiter ausbauen. Der „Bildungsauftrag“ gilt nicht nur für Regelschüler!

In Trier gibt es derzeit sogar ein Projekt für die Errichtung einer Integrierten Gesamtschule. Weiterführender Link hierzu unten!

Weitergehende Links:

Tagesspiegel – „Wann ist die „Sonderschule“ die richtige Wahl?“

Integrierte Gesamtschule Trier

TAZ – „Die Dümmermacher“

Die Zeit – „Am Ende des Sonderwegs“

TAZ – Interview mit Ilja Seifert